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Kategorie: Baunetzwoche

Stress and the City – Architektur auf der Couch

Architektur auf der Couch: Ein Arzt will dem Stress in der Stadt auf den Grund gehen; darüber diskutiert er mit dem Architekten J. Mayer H., aber auch der Entertainer Harald Schmidt kommt zu Wort. Passend dazu zeigen wir die Serie „City Scape“ der amerikanischen Fotografin Clarissa Bonet.

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Talk to me – Fassaden

Medienfassaden wollen mit uns kommunizieren – ihre Sprache ist abseits der Architektur. Was erzählt das Kunsthaus Graz? Ein Gespräch mit realities:united zehn Jahre nach der Eröffnung.

Mehr in der Baunetzwoche#336

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Ich bin eine Kita

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Ein schwimmender Kindergarten in Köln, eine japanische Tagesstätte in Erdnussform, die bunten Lernlandschaften der Baupiloten oder das schwarze Kita-Gebäude von Adolf Krischanitz in Wien: Bei kaum einem Bauvorhaben wird so viel diskutiert wie bei Kindergärten und Tagesstätten – und bei kaum einer Bauaufgabe können Architekten so viel falsch machen. Zu bunt, zu karg, zu gestylt: Was ist denn ein kindgerechter Raum? Ich bin eine Kita: Wir zeigen Beispiele aus Antwerpen, Peking und Zürich.

Mehr in der Baunetzwoche#331 Ich bin eine Kita

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In den Ferien zuhause

Eine italienische Architektin baut in Spanien ein Wohnhaus für eine deutsche Designerin. Klingt nach einer guten Geschichte – ein Besuch in Barcelonas Vorstadt.64189717_c05396668e

Jeder große Architekt hat einen Stuhl oder eine Lampe entworfen – jeder namhafte Designer schon mal ein Haus gebaut. Die Grenzen zwischen Kunst, Design und Architektur verschwimmen zunehmend – ob aus Mut, Größenwahn oder Langeweile.

In Sant Cugat del Vallès, einer kleinen Stadt westlich von Barcelona, hat eine Designerin für sich und ihre Familie ein Wohnhaus gebaut. Jeannette Altherr wollte ihr neues Zuhause nicht selbst entwerfen, aber sie wollte mitbestimmen – der Neubau ist zusammen mit der italienischen Architektin Enrica Mosciaro entstanden. Trotz eines ähnlichen ästhetischen Verständnisses mussten sich beide auf fremdes Terrain wagen. Die Architektin plant in Zentimetern, die Designerin denkt in Millimetern: Das Projekt ist ihr gemeinsames Baby geworden.

Ebenso wie Interior-Design nicht nur eine hübsche Ansammlung teurer Möbelklassiker ist, ist ein Haus mehr als die Summe seiner Einzelteile. Wenn es die Aufgabe des Designs ist, das Wesen der Dinge zu erforschen, welche Rolle spielt die Architektur? „Jedem Entwurf für ein privates Wohnhaus gehen lange Gesprächssitzungen voran“, erzählt Enrica Mosciaro. „Zunächst muss man als Architekt schließlich herausfinden, was jeder einzelne wirklich will und braucht und es von dem trennen, was er meint, sich wünschen zu müssen.“ Architektur wird Psychoanalyse, das Haus ein gebautes Familienportrait.


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und der Hausbaus aus Sicht der Designerin auf www.designlines.de

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Im Glashaus

Wo Architektur, Natur, Haus und Garten aufeinander treffen: Moderne Gewächshäuser dienen nicht nur der Zucht exotischer Pflanzen, sondern auch als Raum zum Wohnen und Arbeiten. Eine Reise von den Glaspalästen der Botanischen Gärten und Ideen visionärer Kapselstädte hin zu den zu den Gewächshaus-Architekturen junger Architekten – Modell für die Zukunft oder nur ein Trend?

Mehr in der Baunetzwoche#318

und auf www.designlines.de

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Grenzgänger

„Man muss nicht Architekt werden, nur weil man Architektur studiert hat.“ Recht hat er. Simon Menges etabliert sich gerade in einer Szene, die nicht limitierter sein könnte: Er fotografiert. Gebäude für Architekten wie David Chipperfield, EM2N und Zanderroth Architekten. Der 28-Jährige hat eine eigene, anspruchsvolle Bildsprache entwickelt, mit der er sich einen Namen gemacht hat. Überraschend: In einer Zeit, in der immer alles schneller wird, arbeitet er analog. Wartet auf das richtige Licht, sucht die perfekte Einstellung und wählt den fotografierten Ausschnitt so, dass jedes Bild die gewünschte Aussage transportiert. Das erfordert viel Arbeit – und großen Mut. (…)

 

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www.baunetz.de/woche

Stille Architektur

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Lautete vor Jahrzehnten die Frage noch „Warum haben Sie das so gemacht, Herr Architekt?“, ist Architektur schon länger keine Rechtfertigungskunst mehr. Die Frage nach dem Warum wird zunehmend mit der saloppen Gegenfrage „Warum nicht?“ beantwortet. Heute wird alles, was möglich ist, auch gebaut. Ob das gut, richtig und überhaupt noch authentisch ist? Hermann Czech hat mit seinem Eröffnungsvortrag auf dem diesjährigen Wiener Architekturfestival „Turn On“ darüber nachgedacht. Uns sind dann auf zwei langen Vortragstagen ein paar Beispiele dazu aufgefallen: ein in den Hang gebautes Sportzentrum von Dietrich Untertrifaller in Zürich, ein Bankgebäude in Dornbirn von den Architekten Bechter Zaffignani und die Festung Franzensfeste in Südtirol, die Markus Scherer als Museum zugänglich gemacht hat.

„Zur Zeit meiner Ausbildung war Architektur eine Rechtfertigungskunst. Warum haben Sie das so gemacht, Herr Architekt; was haben Sie sich dabei gedacht?“ Hermann Czech macht eine bedächtige Pause, bevor er weiterspricht. „Damit war nicht so sehr die Begründung durch Zwecke gemeint. Ich habe überhaupt unter Entwurf eine Reihe von aufeinander aufbauenden Entschei-dungen verstanden, die zu einem schlüssigen Entwurfsergebnis führen mussten – ein Aspekt dieses Ergebnisses war die Form, die also nicht vorher bekannt sein konnte. Heute aber lautet die Antwort auf das „Warum?“ zunehmend: „Warum nicht?“ Größeren Respekt genießt die architektonische Leistung deswegen freilich nicht. Im Gegenteil: Architektur wird als Dienstleistung angesehen, ein Wort, das selbst die Theorie des Funktionalismus erstaunlicherweise nie verwendet hat.“  Mit diesen starken Worten beginnt Hermann Czech nicht nur seinen Vortrag, sondern auch das zweitägige Wiener Architekturfestival. Seit den Siebzigern gilt er als Protagonist einer neuen „stillen“ Architektur, die „nur spricht, wenn sie gefragt wird“. Er fordert eine Architektur, „die repräsentiert, aber nicht betrügt, die bewegt, aber nicht süchtig macht“ und macht auf die Gefahren des Stararchitektenkults aufmerksam: einer Architektur, die nur noch auf wenige Bilder reduziert wird, und deren Idee nicht mehr lesbar ist. Zurückhaltung ist für Czech ein Schlüsselbegriff: Er spricht von einer behutsamen Architektur mit leisen, fast unsichtbaren Gesten, die in erster Linie Nutzer und Umgebung bedienen – nicht das Ego des Architekten. Warum? – Warum nicht? Viele Architekten ent-ziehen sich heute eine Begründung: Es wird etwas gebaut, weil es gebaut werden kann, und nicht, weil es unbedingt einen tieferen Sinn ergibt. Fast am Ende des Symposiums wird Wolf D. Prix über Projekte in China sprechen, wo er mit seinem Büro Coop Himmelb(l)au gerade hauptsächlich tätig ist. Es sind Bauprojekte von enormer Größe, die mit europäischen Maßstäben nicht mehr zu beurteilen sind. (…)

Artikel erschienen in der Baunetzwoche#311

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Junya Ishigami

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Er liebt Radiohead, erinnert mit seinem schwarzen, eng geschnittenen Jacket und dem extravaganten Kragen irgendwie an den King of Pop und schafft mit seinen weißen Modellen abstrakte Gedankengebäude. Junya Ishigami zählt zu denjenigen, die niemals erwachsen werden – dennoch dürfte er Architekturgeschichte schreiben. Auf seiner ewigen Suche nach einer neuen Realität bewegt sich der Japaner dabei außerhalb der Grenzen des Möglichen: Es sind Systeme ohne Hierarchie, leichte Tragstrukturen, die fast verschwinden, und Gebäude, die kein Innen und Außen haben. Ein Tisch ist für ihn ebenso Architektur wie ein Haus oder eine Brücke; grundlegend für seine Arbeiten ist der Bezug zwischen Architektur und Natur. „Für mich als Japaner sind natürliche Elemente immer auch artifiziell“, erklärt der 39-jährige, der 2010 auf der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen geehrt wurde. „Es gibt keine echte Natur – selbst Wälder und Landschaften sind künstlich angelegt.“ Seine Lieblingspflanze ist Klee.

Im Antwerpener Kunstcampus deSingel ist gerade die Ausstellung „How Small? How Vast? How Architecture Grows“ zu sehen, die zum ersten Mal das Gesamtwerk von Ishigami nach Europa holt. 58 Projekte sind auf den schmalen Holzbrettchen, die weder Tisch noch Bank sind, drapiert. Modelle, Miniaturen, Zeichnungen und Aquarelle – Ishigami hat all seine Ideen und Entwürfe ordentlich aufgereiht und wie in einem Labor perfekt und steril inszeniert. Die Ausstellung selbst ist ein Kunstwerk: Die Modelle sind keine typischen Architekturmodelle, es sind geklebte und gefaltete Papierwälder und -landschaften, gebastelte Pflanzen, Wolkenstudien, Puppenstuben und Wohnhäuser, die ähnlich wie ein Bühnenbild gebaut sind und in dem schwarze Papierfiguren Szenen nachspielen, die ein wenig Aktion in die schönen Modelle bringen. Auf den acht schwebenden, sehr langen Tischen ist alles so leicht und fragil, dass man aus Angst, man könnte husten oder niesen, am liebsten die Luft anhalten möchte.

„Ich möchte das Innere eines Gebäudes so entwerfen, dass es sich wie ein Außenraum anfühlt“, sagt das japanische Wunderkind, das bis 2004 bei SANAA gearbeitet hat. Die extrem schmal dimensionierten Wände, Stützen und Decken entwickelt Ishigami zusammen mit dem Ingenieur Jun Sato. Bei seinem Debüt, dem Kanagawa Institute of Technology KAIT Workshop bei Tokio, sorgte er 2008 mit 63–90 Millimeter dünnen Stützen und einem unregelmäßigen Raster für Aufmerksamkeit. Ein fünf Meter hoher Stützenwald ermöglicht eine Auflösung jeglicher Wände – es entsteht ein Außen- im Innenraum, ein schwebendes Klassenzimmer. Die zehn Meter lange Tischplatte, die Junya Ishigami 2005 in einer Gallerie in Tokio installierte, wurde mit einem Querschnitt von nur 3 mm fast unsichtbar – ein Spiel aus Illusion und Wirklichkeit. „Ich möchte, dass die Konstruktion ein Rätsel wird“, erklärt Ishigami.

Auf Zehenspitzen schleichen die Besucher durch die Ausstellung. Am Ende der Retrospektive wartet in einem zweiten Raum ein runder Abschluss: Die Installation „Little Gardens“ zeigt eine Sammlung von winzigen Miniatur-Blumen, die wie Süßigkeiten wirken. Der runde weiße Tisch mit den drei dünnen Beinen scheint wie alles andere in der Ausstellung ebenfalls zu schweben – bei Junya Ishigami ist die Schwerkraft eben besonders gering.  „Everything is always changing everytime“, flüstert der japanische Architekt als Antwort auf die Frage, was für ihn Nachhaltigkeit ist; eine Zeile, die auch Thom Yorke singen könnte. „We always want to try change situations before they change.“ Man kann viel von ihm lernen. (Jeanette Kunsmann)

erschienen in der Baunetzwoche#308 Junya Ishigami

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Die Austtellung Junya Ishigami. How Small? How Vast? How Architecture Grows ist noch bis zum 16. Juni 2013 im deSingel Internationale Kunstcampus, Desguinlei 25, B-2018 Antwerpen zu sehen.

www.desingel.be

My … is better than yours! Der Streit um die Wortmarke Bauhaus: New Tendency

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Man weiß nicht, ob man Angst bekommen oder lachen soll. „In 50 oder 100 Jahren wird niemand mehr den Unterschied zwischen der historischen Schule von Gropius und dem Baumarkt wissen“, so das Statement von Robert Köhler, Pressesprecher der Bauhaus AG, Anfang Januar. „Vielleicht in Deutschland, aber nicht in anderen Ländern.“ Es geht um das Bauhaus. Heinz Georg Baus, Gründer der gleichnamigen Baumarktkette nutzte 1960 die Gunst der Stunde und ließ die Marke Bauhaus schützen; heute ist sein Bauhaus die zweitgrößte Baumarktkette Deutschlands. Der Skandal entfachte zu Jahresbeginn eine Debatte über die Wortmarke „Bauhaus“, Zündstoff dazu lieferte ein Artikel im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. „Wem gehört das Bauhaus“ fragte Journalist Markus Zehentbauer und portraitierte auf kluge Weise die Geschichte der Weimarer Gruppe „My Bauhaus is better than yours“.

Seit Herbst 2012 gibt es das Unternehmen „My Bauhaus is better than yours“ nicht mehr – oder halt, es gibt es doch noch, aber dazu später mehr. Das offene Netzwerk hat sich 2009 aus einer Freundschaft heraus entwickelt und sich als Studenteninitiative der Bauhaus-Universität Weimar mit der Gruppenausstellung „My Bauhaus is better than yours“ auf der Mailänder Möbelmesse etabliert. Dieses arbeitet an den Schnittstellen zwischen konzeptionellem Möbel-, Mode- und Grafikdesign. „Der Bezug zum historischen Bauhaus ist nur teilweise gegeben“, erzählt Manuell Goller, einer der drei Köpfe hinter dem jungen Label. „Aber die Grundidee, Departments aufzulösen und interdisziplinären Austausch zu fördern, ist wesent-licher Bestandteil von New Tendency. Wir verstehen uns nicht als reines Möbellabel, sondern suchen den Austausch mit Mode-, Grafikdesignern und befreundeten Architekten“

Das Bauhaus hat alle Mitglieder des Netzwerks durch ihr Studium in Weimar geprägt. „Den Slogan hat Daniel Burchard getextet“, erinnert sich Manuel Goller. „Bauhaus-Café, Henry-van de-Velde- Gebäude, Haus am Horn – Das Bauhaus hat uns ständig umgeben. ‚My Bauhaus is better than yours‘ hat uns geholfen, den Mythos aufzubrechen und uns Mut gemacht, uns an eigenen Interpretationen zu versuchen.“
Was mit einem Plakat angefangen hatte und mit einer Baumwolltasche international für Aufsehen sorgte, wurde letzten Sommer mit einem Anwaltsschreiben gestoppt. Bei einem Streitwert von 250.000 Euro kann man nur noch kurz mit den Schultern zucken: Was soll’s? Die Nachfolgeinstitutionen hatten in den Nachkriegsjahren schlichtweg versäumt, den Namen „Bauhaus“ zu schützen. Da ist es heute nicht nur für junge Unternehmer schwer, sondern auch die großen Bauhaus-Institutionen in Berlin, Weimar und Dessau haben im Kampf um die Warenklassen kaum eine Chance gegen den Baumarkt. Was wohl Gropius dazu sagen würde, dass die Markenrechte an dem Begriff „Bauhaus“ einem Baumarkt gehören? Jetzt nennt sich die Weimarer Firma „New Tendency“. Sie hatten auch andere Namen überlegt, „My Dada is better than yours“ zum Beispiel. Mit ihrem neuen Namen setzten sie ein positives Zeichen. Nach erfolgreichen Ausstellungen in Mailand und Beirut, auf der Art Berlin Contemporary und im Weltkulturen Museum Frankfurt sowie Kooperationen mit dem Kunstverein München, der Barbican Art Gallery London und dem Vitra-Haus in Weil am Rhein wurden sie nun kürzlich für den German Design Newcomer Award 2013 nominiert. Anfang Februar eröffnet die Gruppe übrigens ihr neues Büro mit Showroom in Berlin-Neukölln, direkt neben der Bruno-Taut-Siedlung in der Ossastraße. Die Jungs von New Tendency sind nicht zu stoppen – Namen sind zum Glück eben nur Schall und Rauch.

„Für uns ist der Vorgang abgeschlossen“, sagt der Robert Köhler, Pressesprecher des Baumarkts, heute. „Wir möchten betonen, dass wir unsere bekannte Marke gegen gewerbliche Nachahmer verteidigen. Unser Vorgehen richtet sich nicht gegen die Museen und Hochschulen, welche das ideelle Andenken der 1933 aufgelösten Bauhaus-Schule bewahren. Zu diesen pflegen wir seit Jahrzehnten eine harmonische Koexistenz. Gesprächsangeboten dieser Institution stehen wir offen gegenüber.“ Klingt friedlich. Die Diskussion bleibt und macht auf etwas ganz anderes aufmerksam: Den wachsenden Kulturverlust der heutigen Gesellschaft. (Jeanette Kunsmann)

www.newtendency.de

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www.baunetz.de/woche

Beautiful Steps

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Stufe und Steigung, Wange und Geländer – im Architektenalltag mag die Treppe nicht immer die höchste Kunst sein, ihre Planung ist jedoch mehr als reine Mathematik. Manche Treppen bedeuten einen mühevollen Aufstieg, andere schreitet, nein, schwebt man empor, und manche landen im Nichts. Selbst der Aufzug hat es in den letzten einhundert Jahren nicht geschafft, der Treppe Rang und Ruf streitig zu machen. Ob als einladende Geste, als Skulptur im Raum oder als eigene Topographie: „Beautiful Steps“ können sich immer und überall verstecken – manchmal auch 200 Stufen am Stück ohne Podest zum Durchatmen. Über die Schönheit einer Notwendigkeit …

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