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Leise, aber niemals minimal – Mathias Klotz im Gespräch

Meister der Reduktion oder Wiederholungstäter? Die Gebäude von Mathias Klotz sind klar und präzise – eine Ausstellung behauptet nun, dass sie auch poetisch seien. Wir haben den chilenischen Architekten kurz vor der Eröffnung in der Berliner Galerie Aedes getroffen und mit ihm über Holz, Beton und den Minimalismus gesprochen.

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Lieben Sie Beton – oder Holz?
Ich finde, jedes Material ist ein gutes Material. In meinen Projekten arbeitete ich mit Baustoffen, die zu dem Ort passen und den natürlichen Bedingungen so gut wie möglich standhalten. Darum verwende ich oft Beton und Holz. Meine Gebäude mag ich besonders gern, wenn sie alt geworden sind. Ich denke in den nächsten zehn Jahren, nicht in den nächsten zehn Tagen.

Was ist das Poetische an einer Kiste?
(lacht) Das müssen Sie Miquel Adriá fragen – er hat die Texte zu meinem Werk geschrieben, nicht ich! Eine Box an sich ist natürlich nicht poetisch. Für mich ist der Kubus eine natürliche und einfache Form – wegen der Konstruktion, aber auch wegen des Raums, den man damit schafft. Um ehrlich zu sein: Ich wüsste nicht, wie ich einen Blob bauen sollte.

Die Reduktion der Form ist also keine Selbstbeschränkung?

Nein! Es geht eigentlich darum, wie man sich wohlfühlt – ähnlich wie bei Schuhen. Wenn ich versuche, mit anderen Geometrien zu arbeiten, stoße ich an meine Grenzen.

Aber Sie haben es versucht?
Mehr als einmal – immer mit wirklich schlechten Ergebnissen (lacht laut). Es ist besser, ich arbeitete so, wie ich es kann und weiß.

Also sind Sie ein Experte für die Kiste?
Nein. Ich konzentriere mich nicht auf das Volumen, sondern entwerfe meine Bauten in Grundriss und Schnitt – also von innen nach außen und nicht umgekehrt.

Wie sieht das perfekte Wohnhaus aus?
Man muss sich darin wirklich wohlfühlen, und es muss flexibel sein. Die Nutzer sind die Protagonisten  – nicht die Architektur! Formal sind meine Bauten radikal, aber ihre eigentliche Qualität ist, dass sie versuchen, möglichst simpel zu sein. Meine Gebäude sind still und leise – aber nicht minimal! Den Minimalismus mag ich überhaupt nicht, da ist alles fix, und wenn man nicht das richtige Sofa hat, bricht das gesamte Konzept zusammen.

Entwerfen Sie denn auch die Innenräume?
Ja, aber nur, wenn der Bauherr es auch wirklich wünscht – sonst ist es ein zu großer Kampf. Ich habe schon große Überraschungen erlebt, wie manche ihr Haus am Ende einrichten (lacht laut): The Day After!

Welche Einflüsse waren für Sie als Architekt wichtig?
Ich habe ja zur Zeit der Postmoderne studiert. Unsere Professoren haben Le Corbusiers Unité in Marseille als Albtraum bezeichnet, Mies van de Rohe war ein Teufel und so weiter. Zu dieser Zeit waren etwa 70 Prozent der Architekten in Chile arbeitslos. Die Stimmung war gedrückt, aber zu der Zeit dachte ich noch, ich werde Filmregisseur – also hat mich das nicht gekümmert.

Sie haben deutsche Wurzeln – was ist Ihr Eindruck von Berlin?
Obwohl meine Großeltern Deutsche sind, war ich erst Ende der Achtziger zum ersten Mal in Deutschland. Ich reiste von Prag nach Berlin – zusammen mit einer Gruppe ostdeutscher Medizinstudenten. Mit ihnen habe ich die letzte Woche in der DDR vor dem Fall der Mauer erlebt und gefeiert. Das war mein erster Kontakt mit Deutschland. Seitdem komme ich regelmäßig nach Berlin. Ich finde es beeindruckend, wie eine Stadt innerhalb von nur einem Jahrhundert vier verschiedene Gesellschafts- und Stadtmodelle gebaut hat – wobei jedes einzelne gleichzeitig ein Versuch war, das vorige zu überschreiben. Unglaublich und aufregend. Dass sie hier jetzt aber dieses schreckliche Schloss gegenüber dem Dom bauen wollen, das ist schon mehr als seltsam.

Das Interview führten Jeanette Kunsmann und Stephan Becker. Mathias Klotz‘ Ausstellung „The Poetics of Boxes“ ist noch bis zum 17. Oktober 2013 in der Galerie Aedes, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin, zu sehen. Die Werkmonographie „30 years in architecture – Mathias Klotz“, herausgegeben von Miquel Adriá, ist im mexikanischen Verlag Arquine erschienen.

www.baunetz.de

www.aedes-arc.de

Sanfter Klotz

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Beton ist sensibel. Das wissen auch die Schweizer Architekten Wespi de Meuron Romeo. Ihr neues Wohnhaus steht als Betonmonolith im Tessiner Dorf Ranzo am Ostufer des Lago Maggiore – jedoch gut versteckt: Von der Straße aus zeigt sich gerade noch das Dach des Hauses. Die gesamte Villa ist lediglich vom See aus sichtbar.

Man muss langsam fahren auf der Seepromenade an der Küste des Gambarogno, sonst übersieht man die Einfahrt. Auf der Schweizer Seite, oberhalb des Dorfkerns von Ranzo gelegen, gräbt sich der zweigeschossige Betonkubus in den Steilhang – ein zeitloses Pendant zu den traditionellen Steinbauten, die typisch sind für die Region. Ganz so idyllisch, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist die Gegend jedoch nicht. Die Zugstrecke unterbricht die Stille im regelmäßigen Takt. Zur Straße schottet sich das Wohnhaus deshalb von seiner Umgebung ab, öffnet sich aber zur See- und Bergkulisse. Nur der Schornstein auf dem Dach verrät, ob jemand zuhause ist.

Der verputzte Betonkubus ist präzise detailliert und verzichtet auf jegliche überflüssigen Elemente. So wirkt das Wohnhaus auf den ersten Blick karg, die Architekten bezeichnen es als „minimalistisch modern“. Für Wespi de Meuron Romeo bedingen sich Architektur und Material – der Beton braucht Gemütlichkeit. Deshalb haben sie sich außen wie innen nicht für glatte Sichtbetonoberflächen entschieden, sondern konsequent einen traditionellen Kalkzementverputz verwendet. Er soll an die lokalen traditionellen Gemäuer erinnern und in dem Haus „eine archaische, mit dem Ort verwurzelte Atmosphäre“ aufkommen lassen, erklärt Jérôme de Meuron, Neffe des bekannten Architekten Pierre de Meuron. „Durch die Ambivalenz der Materialität entzieht sich das Wohnhaus gewissermaßen einer zeitlichen Zuordnung: Es verbindet die Tradition mit der Neuzeit.“

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Text: Jeanette Kunsmann, Foto: Hannes Henz, Zürich

Berlin: A City Soft As Butter

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Fotos: Simon Menges, Text: Jeanette Kunsmann

Read the full article in the fantastic Berlin-Issue of the superfantastic uncube magazine:  www.uncubemagazine.com

Ich bin eine Kita

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Ein schwimmender Kindergarten in Köln, eine japanische Tagesstätte in Erdnussform, die bunten Lernlandschaften der Baupiloten oder das schwarze Kita-Gebäude von Adolf Krischanitz in Wien: Bei kaum einem Bauvorhaben wird so viel diskutiert wie bei Kindergärten und Tagesstätten – und bei kaum einer Bauaufgabe können Architekten so viel falsch machen. Zu bunt, zu karg, zu gestylt: Was ist denn ein kindgerechter Raum? Ich bin eine Kita: Wir zeigen Beispiele aus Antwerpen, Peking und Zürich.

Mehr in der Baunetzwoche#331 Ich bin eine Kita

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Drei Wochen im Jahr

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Wer wohnt denn hier? Seit diesem Sommer steht am Rotsee im Schweizer Kanton Luzern ein heller Holzkubus im Wasser – kein Wochenendhaus, sondern der neue Zielturm einer berühmten Regattastrecke: Seit 1903 wird am Rotsee international um die Wette gerudert. Die Zürcher Architekten Fuhrimann Hächler haben für die sommerlichen Wettkämpfe eine markante Skulptur in die Seenlandschaft gesetzt. Drei Wochen im Jahr wird hier entschieden, wer als Erstes im Ziel ist.

Gut 2,5 Kilometer lang, 250 Meter breit und durch die umgebenden Hügel windgeschützt: Der Rotsee in der Luzerner Naturlandschaft ist die ideale Regattastrecke. Jeden Sommer treffen hier für drei Wochen Teams aus aller Welt ein – die Rotsee-Regatta gilt als das „Wimbledon“ des Rudersports. Schön ist es hier. Wegen dem mit Seerosen bewachsenen Ufer wird der Ort auch Göttersee genannt.

Pünktlich für die diesjährige Regatta wurde Anfang Juli der neue Zielturm von den Zürcher Architekten und ETH-Dozenten Andreas Fuhrimann und Gabrielle Hächler mit einem ersten Rudersprint eingeweiht. Zehn Meter stapeln sich über dem Wasser drei Volumen in die Höhe – die Architekten sprechen von einem „vertikalen Akzent auf der langgestreckten Seefläche“. Dass der neue Turm für den Verein Naturarena Rotsee voluminöser ist als sein Vorgängerbau aus dem Jahr 1962, liegt an den heutigen Anforderungen. Nicht nur die Schiedsrichter und Eventregie-Speaker sitzen hier, es gibt einen Konferenzraum, ein Büro und Toiletten. 123 Quadratmeter misst der Neubau. Durch subtile „Verrückungen“, die sich aus dem geforderten Raumprogramm ergaben, erhalten die drei gestapelten Raumeinheiten eine gewisse Fragilität und Feinheit, erklären die Architekten.

Geheimniskasten auf dem Göttersee

Wenn auf dem Rotsee nicht gerudert wird, zeigt sich der Turm als verschlossene Skulptur. Der hybridartige Charakter sowie die Metamorphose, die das Gebäude jährlich durchläuft, waren für die Planer eine ungewöhnliche Herausforderung. Den Spagat zwischen einem permanenten Neubau von langer Dauer, der jedoch nicht mal einen Monat im Jahr genutzt wird, haben die Architekten über die Materialität gelöst. „Himitsu Bako“, japanisch für „Geheimniskasten“,  nennen sie ihre Holzkonstruktion, die durch die reduzierten Baumaterialien vielleicht auch als temporäre Installation verstanden werden könnte.

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Text: Jeanette Kunsmann, Foto: Valentin Jeck, Uerikon

Disneyland Berlin

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In den Ferien zuhause

Eine italienische Architektin baut in Spanien ein Wohnhaus für eine deutsche Designerin. Klingt nach einer guten Geschichte – ein Besuch in Barcelonas Vorstadt.64189717_c05396668e

Jeder große Architekt hat einen Stuhl oder eine Lampe entworfen – jeder namhafte Designer schon mal ein Haus gebaut. Die Grenzen zwischen Kunst, Design und Architektur verschwimmen zunehmend – ob aus Mut, Größenwahn oder Langeweile.

In Sant Cugat del Vallès, einer kleinen Stadt westlich von Barcelona, hat eine Designerin für sich und ihre Familie ein Wohnhaus gebaut. Jeannette Altherr wollte ihr neues Zuhause nicht selbst entwerfen, aber sie wollte mitbestimmen – der Neubau ist zusammen mit der italienischen Architektin Enrica Mosciaro entstanden. Trotz eines ähnlichen ästhetischen Verständnisses mussten sich beide auf fremdes Terrain wagen. Die Architektin plant in Zentimetern, die Designerin denkt in Millimetern: Das Projekt ist ihr gemeinsames Baby geworden.

Ebenso wie Interior-Design nicht nur eine hübsche Ansammlung teurer Möbelklassiker ist, ist ein Haus mehr als die Summe seiner Einzelteile. Wenn es die Aufgabe des Designs ist, das Wesen der Dinge zu erforschen, welche Rolle spielt die Architektur? „Jedem Entwurf für ein privates Wohnhaus gehen lange Gesprächssitzungen voran“, erzählt Enrica Mosciaro. „Zunächst muss man als Architekt schließlich herausfinden, was jeder einzelne wirklich will und braucht und es von dem trennen, was er meint, sich wünschen zu müssen.“ Architektur wird Psychoanalyse, das Haus ein gebautes Familienportrait.


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und der Hausbaus aus Sicht der Designerin auf www.designlines.de

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Kantine im Kubus

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Sieht japanisch aus, ist es aber nicht. Dieser Sichtbeton-Kubus steht nicht in Tokio, sondern versteckt in einem schmalen Berliner Hinterhof. Gebaut wurde er von David Chipperfield Architects – für David Chipperfield Architects. Der Berliner Bürostandort hat 2012 für seine Kantine an der Joachimstraße einen dezenten, knapp 300 Quadratmeter großen Neubau realisiert. Seit dem Frühjahr können sich hier nun Mitarbeiter und Freunde des Hauses zum Mittagstisch treffen.

Die zweigeschossige Kantine ist einer von insgesamt vier Erweiterungsbauten, die von den Architekten in den Gewerbehof gesetzt wurden. Alle Neubauten haben eine einheitliche Fassade aus Sichtbeton, die durch große, raumhohe Schiebefenster gebrochen wird. Durch die reduzierte, monolithische Erscheinung vermitteln die schlichten Betonkuben zwischen den benachbarten Gründerzeitwohnhäusern und den für Berlin-Mitte typischen Plattenbauten; durch ihre Anordnung wurde das gesamte Grundstück umstrukturiert.

Wie ein Puzzlestück fügt sich der erste Kubus, ein Wohnhaus mit Showroom, zwischen seine Nachbarbauten und schließt die zuvor offene Straßenfront. Der dahinterstehende Solitär für die Kantine ersetzt die alte Remise, in der auch zuvor schon zu Mittag gegessen wurde. Dieser bildet zusammen mit dem dritten Neubau, der direkt an den ehemaligen Gewerbebau anschließt, zwei zueinander versetzt angeordnete Innenhöfe. Durch eine schmale Durchfahrt gelangt man in den dritten, abgelegenen Hof: Dort befindet sich ein kleiner Garten sowie ein weiterer Büroanbau – still ist es hier, vom quirligen Berlin-Mitte nimmt man kaum noch etwas wahr.

Ähnlich wie die alte Kantine hat auch der Neubau hohe Wände und Decken. Ein zehn Meter langer Tresen aus Marmor teilt das offene Erdgeschoss der neuen Kantine in Küche und Speisebereich – man darf den Köchen also in die Töpfe gucken. Auf der gegenüberliegenden Längsseite sind Sitzbänke und Tische angeordnet; weitere Tische befinden sich im oberen Geschoss.  Eine Referenz aus Japan verbirgt sich schließlich doch noch in der neuen Kantine. Die dezenten Stühle und Barhocker aus Holz von dem japanischen Möbelhersteller Maruni bringen Gemütlichkeit in den Betonkubus; sie wurden von Jasper Morrison entworfen. Tische, Bänke und der Tresen stammen von den Architekten.

(Artikel erschienen am 8. Juli 2013 im BauNetz/Fotos: Ute Zscharnt für David Chipperfield Architects)

Paris in Berlin

Wie stellt man Architektur aus? Diese Frage beschäftigt Kuratoren stets auf Neue bei Ausstellungen in Museen, Galerien und Biennalen. Im Gegensatz zur Kunst lässt sich im Architekturbereich das eigentliche Exponat nur schwer ausstellen, lediglich dokumentieren; einzige Ausnahme bilden vielleicht die Pavillonbauten der Weltausstellungen.

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erschienen in ARCH+ 211/212: Think Global, Build Social!

Diogene unterm Satteldach: Minihaus von Renzo Piano in Weil am Rhein

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Foto: Julien Lanoo,  © Vitra

Der Vitra-Campus in Weil am Rhein wächst. 2013 wurde nicht nur die Produktionshalle von SANAA in Betrieb genommen, im Juni ist noch ein kleines Haus von Renzo Piano auf dem Firmengelände hinzugekommen. „Diogene“ heißt das Minihaus, das keine Notunterkunft, sondern Rückzugsort sein will; am Mittwoch wurde es in Anwesenheit von Piano eröffnet.

Ist die SANAA-Halle mit 20.000 Quadratmeter eines der größten Gebäude auf dem Campus, präsentiert sich Diogene mit seinen fünf Quadratmetern eindeutig als kleinstes Bauprojekt und gleichzeitig als größtes Designprodukt von Vitra. Den Ansatz, Architektur aus Design heraus zu entwickeln, hat Renzo Piano von Jean Prouvé übernommen. Schon lange hat er an dem Minimalhaus gearbeitet – bereits vor drei Jahren veröffentlichte er seine Vision zum ersten Mal. Durch die  Zusammenarbeit mit Rolf Fehlbaum konnte das Projekt realisiert werden.

Das Satteldachhaus auf dem Hügel hinter dem Dome von Buckminster Fuller ist eine autarke, möblierte Wohnzelle: Bettsofa, Klapptisch mit Blick aus dem Fenster, Dusche und WC sowie eine kleine Küche sind in dem hölzernen Satteldachhaus untergebracht – alles ganz einfach, aber technisch hochkomplex ausgeführt.

Renzo Piano zeigt mit Diogene, wie man das Thema Wohnen auf das Nötigste reduzieren kann. Die Sehnsucht nach Bedürfnislosigkeit führte den italienischen Architekten auch zu seinem Projekttitel – das Haus ist nach dem griechischen Philosophen Diogenes benannt, der in einer Tonne (oder einem Fass) gelebt haben soll: Minimalismus als Lebensphilosphie, nichts soll ablenken, alles ist pur. Piano versteht sein Projekt als „ziemlich romantisch“ und unterstreicht den Aspekt der „spirituellen Ruhe“, den es vermittelt: „Diogene versorgt einen mit dem, was man wirklich benötigt, und mit nichts sonst.“

Noch ist das Haus ein Prototyp, der von den Besuchern erprobt werden soll. Wie das Projekt weiter entwickelt wird und ob es in die Serienfertigung geht, steht noch nicht fest. Wer Interesse hat: Die einfache Version wird 20.000 Euro, die Luxusvariante 50.000 Euro kosten.

(Artikel erschienen in den BauNetz-Meldungen am 14. Juni 2013)