jtkn

Tag: PDF-Magazin

documenta: 100 Tage Kunst

„Art ist for the moment, architecture is for staying“, hat Toyo Ito einmal gesagt. Ist Kunst wirklich für den Augenblick? Seit Samstag stellt die documenta für 100 Tage eine ganze Stadt auf den Kopf. Alle fünf Jahre wird Kassel aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst und in einen der größten Schauplätze zeitgenössischer Kunst verwandelt. Abseits großformatiger Leinwände sind in Kassel künstliche Hügel, spielende Hunde und tanzende Motoren, verpuppte Schmetterlinge, jede Menge Wandteppiche und unzählige Videoinstallationen zu bestaunen. In der Karlsaue formen dekonstruierte Galgen eine Art Klettergerüst, außerdem verstecken sich mehr als 30 kleine Gebäudeskulpturen im Park. Es gibt viel zu entdecken, auch der japanische Architekt Toyo Ito zeigt ein Projekt im Rahmen der großen Kunstschau. Notizen aus Kassel, dem Olymp der Kunst. (jk)

www.baunetz.de/woche

 

Baumhäuser

Es sind kleine Hütten, die sich in den Baumkronen verstecken, kapselartige Zellen oder gezimmerte Nester. Wurden Baumhäuser lange als Spielräume für Kinder angesehen, haben sich in den letzten Jahren eine Reihe von Architekten von dieser ungewöhnlichen Bauaufgabe zwischen Ästen und Blättern faszinieren lassen. Wir haben uns einige dieser neuen Wipfelbauten angesehen und ungewöhnliche Baumparasiten in Deutschland, Japan, Neuseeland, Schweden, und Frankreich entdeckt: Die BAUNETZWOCHE zeigt schwebende Lese- und Gästezimmer im Garten, verborgene Minihotels im Wald, Baumhütten mit Meerblick, ein Restaurant im Blätterwald und einem Baumkindergarten mitten in Tokio.

Mehr in der Baunetzwoche#254 „Baumhäuser“

Authentizität

Besonders aufregend klingt der Begriff Authentizität zunächst nicht. Doch denkt man an Debatten wie etwa um das Plagiat in der Literatur, um die Urheberschaft in der Kunst oder jene um die Rekonstruktion in der Architektur, so bekommt das Thema plötzlich Brisanz. Was ist heute noch authentisch? Wer entscheidet, was authentisch ist, sein darf und kann? Und wer fordert eigentlich diese absolute wahre Echtheit? Das Fachgebiet Architekturtheorie am Karlsruher Institut für Technologie KIT hat der Authentizität mit dem Untertitel „Sehnsucht nach der Wahrhaftigkeit in der Architektur“ ein ganztägiges Symposium gewidmet. Ein Tag, ein Wort? Das wiederum klang für uns so spannend, dass wir nicht lange zögerten und nach Karlsruhe fuhren – auf der Suche nach der wahren Architektur.

Wer schon einmal in Braunschweig an der Schlossfassade gekratzt hat, weiß, was mit großer Sicherheit nicht authentisch ist. Hinter dünnen Natursteinplatten, grauem Putz und Fassadendämmsystemen verbirgt sich alles andere als ein klassizistisches Schloss, sondern ein 30.000 Quadratmeter großes Einkaufsparadies. Im Sinne der Frage nach Echtheit und Wahrheit ist diese wie auch andere Rekonstruktionen, das heißt wiederhergestellte Bauwerke, nicht authentisch –  und vielleicht aus diesem Grund auch für viele nicht ästhetisch. Es ist ein Stück Kulissenarchitektur – kein Denkmal, sondern schlicht Attrappe.

Mehr

– – –
Ich werde zitiert:

„ (…) Auf diese Debatte geht die Baunetzwoche vom 18. Februar ein. Sie berichtet über ein Symposion in Karlsruhe zum Thema „Authentizität – Sehnsucht nach der Wahrhaftigkeit in der Architektur”: „Authentizität ist unter Denkmalpflegern nämlich längst eine Art Modewort, soviel muss man wissen. Architekten bringt der Begriff immer noch leicht ins Stottern”, resümiert die Baunetzwoche-Autorin Jeanette Kunsmann. Sie kommt zu dem Schluß: „Authentizität ist ein Prozess. Der Autor, in diesem Fall der Architekt, spielt dabei eine zentrale Rolle. Und es liegt nun mal in der Natur des Architekten, Neues zu schaffen – das ist authentisch.” Den Bericht ergänzen sehenswerte Projekte des Architekturbüros Hild und K.”

www.cultworx.com