Hedonistische Nachhaltigkeit

von jtkn

Man kann sich das erst nicht so richtig vorstellen: Wie passen eine Skipiste, eine Müllverbrennungsanlage und die dänische Design-Metropole Kopenhagen zusammen? Man würde dort doch weder Schnee- noch Müllberge vermuten. Doch Kopenhagen soll zum Skigebiet werden, nachhaltig und sauber.

Der Vorschlag zu diesem Szenario stammt von einem deutsch-dänischen Team aus BIG Bjarke Ingels Group, realities:united sowie den Landschaftsarchitekten TOPOTEK 1 zusammen mit ihrem jungen Büroableger MAN MADE LAND. Das Quartett hat vergangene Woche mit seinem Entwurf für die Neugestaltung einer Abfalldeponie in Kopenhagen das internationale Wettbewerbsverfahren gewonnen, wie gestern im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt wurde. Die Jury entschied sich einstimmig für den außergewöhnlichen Hybrid – das Team setzte sich damit gegen eine harte Konkurrenz durch, darunter Büros wie Dominique Perrault, 3XN, Lundgaard & Tranberg und Wilkinson Eyre. Auslober des Wettbewerbs ist das Kraftwerk Amagerforbrænding.

Der Siegerentwurf verspreche Kopenhagen einen nützlichen und schönen Beitrag zur Stadtentwicklung und eine neue Landmarke im Stadtbild. Das einzigartige Gebäude schaffe viele neue Möglichkeiten, lobt die Direktorin von Amagerforbrænding.

Dabei betrachtet das Architektenteam das Gebäude nicht als einen isolierten Baukörper, sondern schafft eine überraschende Vision dieser speziellen und negativ behafteten Gebäudetypologie der Müllverbrennungsanlage. Die neue Anlage soll in eine schon vorhandene Infrastruktur aus Freizeitnutzungen eingebunden werden. Das Dach des Kraftwerks soll mit einem 31.000 Quadratmeter großen Skigebiet unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade für Kopenhagener und Besucher dienen – ein besonderes Freizeitangebot. „Hedonistische Nachhaltigkeit“ nennen die Architekten ihr Entwurfskonzept.

Das Gebäude soll sich durch die vertikale grüne Fassade von weitem in einen Berg verwandeln. Ein Wegesystem im angeschlossenen Park verbindet eine Gebäudeseite mit dem benachbarten Wohngebiet. Ein weitere Besonderheit ist der von realities:united entwickelte Schornstein: Wie die dicke Raupe mit der Wasserpfeife aus Alice im Wunderland pafft dieser Rauchringe in den Kopenhagener Himmel – die Größe soll dabei den Energieverbrauch verbildlichen. realities:united transformieren so das dreckige Image der Industrieschornsteine in ein positives Zeichen zukünftiger Nachhaltigkeit. Vorbildlich!

(erschienen am 26. Januar 2011 in den BauNetz-Meldungen)


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Plagiat!

Auf dem Blog der Wochenzeitung Der Freitag schreibt ‚indyjane‘ von jtkn ab:

„Der Vorschlag zum aktuellen  Szenario stammt von einem deutsch-dänischen Team aus BIG Bjarke Ingels Group, realities:united sowie den Landschaftsarchitekten TOPOTEK 1 zusammen mit ihrem jungen Büroableger MAN MADE LAND. Das Quartett hat vergangene Woche mit seinem Entwurf für die Neugestaltung einer Abfalldeponie in Kopenhagen das internationale Wettbewerbsverfahren gewonnen, wie gestern im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt wurde.

Die neue Anlage soll in eine schon vorhandene Infrastruktur aus Freizeitnutzungen eingebunden werden. Das Dach des Kraftwerks soll mit einem 31.000 Quadratmeter großen Skigebiet unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade für Kopenhagener und Besucher dienen – ein besonderes Freizeitangebot. „Hedonistische Nachhaltigkeit“ nennen die Architekten ihr Entwurfskonzept.

Das Gebäude soll sich durch die vertikale grüne Fassade von weitem in einen Berg verwandeln. Ein Wegesystem im angeschlossenen Park verbindet eine Gebäudeseite mit dem benachbarten Wohngebiet. Ein weitere Besonderheit ist der von realities:united entwickelte Schornstein: Wie die dicke Raupe mit der Wasserpfeife aus Alice im Wunderland pafft dieser Rauchringe in den Kopenhagener Himmel – die Größe soll dabei den Energieverbrauch verbildlichen. realities:united transformieren so das dreckige Image der Industrieschornsteine in ein positives Zeichen zukünftiger Nachhaltigkeit.“

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